Auf Wiedersehen und herzlich willkommen

Dienstag 13. Februar 2018, 17:03

Festsitzung des Senats zu Abschied und Neubeginn in der Hochschulleitung. Ministerpräsident a.D. Stanislaw Tillich würdigt Profilierung der Hochschule.

Zum Abschied in die Mitte genommen:
Prof. Dr. Monika Häußler-Sczepan,
Prof. Dr. Gerhard Thiem und Dr. Marion Stascheit
(3.-5. v.l.)

28. Juni, 26. September, 25. Oktober, 28. November - vier Tage des vergangenen Jahres, die für die Bildung des neuen Rektorats der Hochschule Mittweida stehen: die Wiederwahl des Rektors, seine Bestellung durch die Wissenschaftsministerin, die Wahl der Prorektoren und schließlich deren offizieller Arbeitsbeginn. Mit dem 31. Januar 2018 kam ein neues Datum hinzu: An diesem Tag begrüßte die Hochschule mit einem Festsenat die neuen Rektoratsmitglieder und verabschiedete die bisherigen Prorektoren. Dazu hatte sie sich mit dem ehemaligen sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich einen prominenten Wegbegleiter eingeladen.

Unter dem Doppelmotto „Auf Wiedersehen und herzlich willkommen“ kamen der Erweitertete Senat der Hochschule sowie Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ins Studio B.

Hochschulratsvorsitzende Prof. Marlies Mosiek-Müller begrüßte die Festversammlung und darunter besonders die scheidenenden Rektoratsmitglieder mit dem Hinweis auf die gute aktuelle Verfassung der Hochschule Mittweida. So habe sie beispielsweise als einzige Vertreterin in der Gruppe der Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW)  in Sachsen die Zielvereinbarungen mit dem sächsischen Wissenschaftministerium zu einhundert Prozent erfüllt. Auch mit ihrer Forschungs- und Transferstärke biete sie den „Neuen“ ein gut bestelltes Feld.

Ministerpräsident a.D. Stanislaw Tillich bescheinigte der Hochschule Mittweida ein klares Profil, das sie in den vergangenen Jahren über neue Projekte und Reformen ausgprägt habe: "In Mittweida wird nicht nur geredet, hier wird gemacht.“ Besonders würdigte er die Rolle vom „alten und neuen“ Rektor bei dieser Entwicklung. Ludwig Hilmer habe der Hochschule „einen positiven Stempel aufgedrückt, Reformen angeführt. Und das alles erfolgreich".

Auf Wiedersehen

Rektor Ludwig Hilmer antwortete im Blick auf die „Abgänger“:  „Es ist ein Zeichen von Mittweida, dass jede Generation sich neu orientiert, in die Zukunft geht und dennoch die Vorgänger würdigt.“

Dreizehn Jahre gehörte Prof. Dr.-Ing. habil. Gerhard Thiem dem Rektorat als Prorektor für Forschung und Technologietransfer der Hochschule an.  Er stehe für Transfer und Weitsicht, so Rektor Hilmer. „Mit ihm geht jemand, ohne den die Hochschule nicht so dastehen würde, wie sie heute ist."

Als Prorektorin für Studium und Qualitätssicherung habe es Prof. Dr. phil. Monika Häußler-Sczepan M.A. geschafft, der Lehre als Kernkompetenz des Hochschultyps HAW neue Attraktivität zu verschaffen. Gerade in den vergangenen zwei Jahren habe sie „eine Explosion von Erfolgen“ erzielen können und zum Beispiel bundesweite Anerkennung für das Qualitätspakt-Lehre-Projekt „SEM“ zur Stärkung  des
wissenschaftlichen Nachwuchses erhalten.

Nicht im Rektorat aber in der Direktorenvilla war über 30 Jahre lang der Platz von Dr. Marion Stascheit als Leiterin des Hochschularchivs. Sie wurde im Festsenat ebenfalls verabschiedet. Rektor Ludwig Hilmer lobte nicht nur Verwahrung der Überlieferungen der 150-jährigen Geschichte der Hochschule in der Hochschulstadt Mittweida: Sie haben auch das Bild der Hochschule nach außen hin geprägt mit ihrer einzigartigen Archivarbeit".

Herzlich willkommen

Es sind nicht nur neue Köpfe und Namen im neuen Rektorat der Hochschule Mittweida. Auch strukturell ist Neues eingezogen: Nach der Neuordnung von Fakultäten und Verwaltung in den vergangenen beiden Jahren geht auch das Rektorat mit einer modernisierten Struktur auf den Weg der Hochschule von der Fachhochschule zur modernen Hochschule für Angewandte Wissenschaften in der digitalen Informationsgesellschaft.

"In Zukunft wird es weniger junge Leute geben, die für drei oder fünf Jahre in eine mittelsächsische Stadt kommen, um ausschließlich an einem Ort zu studieren. Wir müssen mobiler werden. Die Exzellenz unserer Hochschule muss mobiler werden“, so Rektor Ludwig Hilmer. Bleibendes Markenzeichen der Hochschule Mittweida sei über alledem aber die zwischenmenschliche Begegnung auf dem Campus, im Labor und im Cyber-Space.

Im Prorektorat Forschung präsentiert Prorektor Prof. Dr.- Ing. Uwe Mahn mit seinem Team die forschungsstarke Hochschule Mittweida nach außen national und international als kompetenten Partner für Forschungskooperationen und Wissenschaftstransfer. Nach innen konzentriert sich das Prorektorat Forschung auf die Profilierung der Zukunftsthemen digitalisierte Wirtschaft und Promotionsförderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Das Prorektorat Studium und Qualitätssicherung ist zum Prorektorat Bildung geworden mit Prof. Dr. rer. oec. Volker Tolkmitt als Prorektor. Bildung steht für die Erweiterung der Aufgaben: Es geht um Weiterbildung, die dritte Mission in die Gesellschaft, um die Digitalisierung in der Lehre und die Öffnung der Hochschule für inhomogene und mobile Studierendengruppen. Qualitätsmanagement und Hochschuldidaktik bleiben Herzensangelegenheiten im Prorektorat. Studienförderung wird umfassender gesehen: Stipendien und Career-Service haben ihren Platz nun im Prorektorat Bildung.

Der Weg zur digitalen Hochschule braucht strategisches Denken und Handeln: nach außen gegenüber der Politik in Freistaat und Bund sowie in internationalen Partnerschaften, und nach innen zum Beispiel in der Entwicklung des akademischen Personals und der Neuausrichtung der Kooperationsmodelle. Diese grundsätzlichen Aufgaben sind nun im Prorektorat Hochschulentwicklung mit seiner Leiterin Dr. phil. Ramona Kusche verortet.

Vielfalt entfaltet: Science Slam

Nach Würdigungen, Laudationen sowie Abschieds- und Willkommensgeschenken schloss sich mit dem Science Slam eine kurzweilige Darbietung der fachlichen Vielfalt der Hochschule an. Wissenschaftlich korrekt aber in großer gestalterischer Freiheit traten Vertreterinnen und Vertreter der fünf Fakultäten an -  jedoch nicht gegeneinander.

Gordon Guido Oswald, Geschäftsführer des Studentenrats der Hochschule und neuer Rektoratsbeauftragter für Anliegen der Studierenden moderierte die Leistungsschau der Hochschulfamilie in fünf Fakultäten.

 

Gold machen können sie nicht - die Laserforscher an der Hochschule Mittweida, aber zum Beispiel die Dynamik der optischen Eigenschaften von Gold nach Laserbestrahlung untersuchen. Für die Fakultät Ingenieurwissenschaften präsentierte Prof. Alexander Horn den goldrichtigen „Exzellenzbereich“ der Hochschule.

Mit Sicherheit nach oben: Dekan Prof. Andreas Schmalfuß von der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen stellte persönlich die Forschung an intelligenten Kunstfasern für Hochleistungsseile in Aufzügen vor, die in Sachen Sicherheit, Lebensdauer und Handhabung besser als Stahlseile sind.

Einen praktischen Einblick in die photogrammetrische 3D-Personenrekonstruktion gab Prof. Dirk Labudde von der Fakultät Angewandte Computer- und Biowissenschaften. Rektor Ludwig Hilmer war nach wenigen Schritten eindeutig auf einem Foto zu identifizieren, auf dem sein Gesicht nicht zu erkennen war.

Ganz ohne PowerPoint-Unterstützung präsentierten Prof. Isolde Heintze, Prof. Stephan Beetz und Pauline Bender von der Fakultät Soziale Arbeit den Wandel einer technischen Hochschule in eine Vollhochschule mit gesellschaftswissenschaftlichen Ausprägungen in Form eines Dialog-Gedichts.

Professor Andreas Wrobel-Leipold von der Fakultät Medien schließlich zeigte in seinem launigen Vortrag, um was die Welt ärmer wäre, gäbe es nicht Medienabsolventen aus Mittweida in ihr: zum Beispiel Journalisten, die dort gar nicht offiziell ausgebildet werden, Theater- und Radau-Macher, deren Geräusche Akustiker aus derselben Fakultät auf den Leib rücken, oder Politikberater, die überall dort zu finden sind, wo es skandalfrei zugeht.

Von: Helmut Hammer